Laut einer Studie des Robert Koch Instituts liegen etwa 15,4% aller Mädchen und Jungen im Alter von 3 bis 17 Jahren über dem Idealgewicht. 5,9% werden sogar als adipös eingestuft. Falsche Ernährung und Bewegungsmangel sind oft der Auslöser. In diesem Beitrag möchten wir Ihnen dabei helfen herauszufinden, ob Ihr Kind tatsächlich an Übergewicht leidet und Ihnen zeigen, was Sie in diesem Fall tun können.

Das wichtigste im Überblick

  • Etwa jedes 5. Kind liegt über dem Idealgewicht.
  • Oft ist unzureichendes Wissen ein Faktor, der zu übergewicht führt.
  • Smartphones, Spielekonsolen und Co. können zu Bewegungsarmut führen, sollten aber nicht verboten werden.
  • Sie können Ihr Kind mit Aktivitäten zu mehr Bewegung animieren und Interesse an neuen Hobbies wecken.
  • Das Frühstück birgt oft versteckte Kalorienfallen. Achten Sie auf die Inhaltsstoffe Ihrer Lebensmittel.

Ist mein Kind zu dick?

Im Internet finden Sie allerhand verschiedener Body-Mass-Indes (BMI) Rechner. Während dieser Wert bei Erwachsenen Menschen kaum Aussagekraft besitzt, ist er zur Ersteinschätzung über den Gewichtszustand beim Kind durchaus als Hilfswert anzusehen. Jedoch sind im Kindesalter Gewichtsschwankungen durch Wachstumsschübe oder hormonelle Veränderungen keine Seltenheit. Klarheit kann hierbei ein Gang zum Haus-, oder Kinderarzt verschaffen. Dieser kann einschätzen, ob Ihr Kind sich in der altersüblichen Norm befindet oder unter Übergewicht leidet. Im weiteren Schritt können Sie prüfen lassen, ob eine Krankheit der Auslöser für das Übergewicht ist.

Gründe für Übergewicht und wie Sie Abhilfe verschaffen können

Grundsätzlich müssen Sie Ihrem Kind zunächst klarmachen, welches Bewegungs- und Ernährungsverhalten förderlich für seine Gesundheit ist und womit Ihr Sprössling sich selbst wahrscheinlich mehr schadet. Machen Sie Ihrem Kind klar, aus welchen Lebensmitteln eine gesunde und ausgewogene Ernährung bestehen sollte, und wie viel Bewegung nötig sein kann, um die das gerade gegessene Stück Kuchen wieder zu verbrennen.

Das Bewegungsverhalten   

Durch die sich immer weiter ausbauen Technikbegeisterung und dem mittlerweile aus dem Alltag nicht mehr wegzudenkenden Stellenwert, den Handy, Spielkonsole und Fernsehen für viele Kinder darstellen, macht sich eine Verhaltensänderung von Kindern bemerkbar. Während Sie als Eltern Spiel und Spaß am Nachmittag höchstwahrscheinlich draußen auf Spielplätzen oder im Garten verbracht haben, findet der Großteil der Unterhaltung für viele Kinder an technischen Geräten statt.

Dies führt folglich zu einem Mangel an Bewegung, der sich, neben anderen gesundheitlichen Problemen, in Form von Gewichtszunahme äußern kann. Bieten Sie Ihrem Kind einen Tag mit Freunden im Schwimmbad, der Beachvolleyball Halle oder im Klettergarten an. Sollte Ihr Kind Interesse an den von Ihnen durchgeführten Aktivitäten äußern, ist das ein perfekter Ansatzpunkt für Sie. Vielleicht hat Ihr Kind aber auch Interesse am Radfahren, oder Rudern.

Kampfsport kann eine Möglichkeit sein Ihr Kind zu mehr Bewegung zu animieren. Das Selbstbewusstsein das bei einigen dieser Sportarten gesteigert wird ist dabei ein willkommener Nebeneffekt. Setzen Sie Ihrem Kind Ziele, die Sie bei erreichen belohnen. Sie selbst wissen sicherlich am besten, womit Sie Ihrem Kind eine Motivation bieten können, bis es selbst so viel Gefallen an einer Tätigkeit gefunden hat, dass diese überflüssig werden.

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Änderung des Ernährungsverhaltens

In der heutigen Zeit, in der zwei arbeitende Elternteile längst nicht mehr die Ausnahme darstellen und zeitlicher Druck oft den Tag bestimmt, sind auf sich selbst gestellte Kinder ebenfalls keine Seltenheit mehr. Frühstückscornflakes, Gebäck, oder auch Toastbrote mit massig Aufstrich sind durch Ihre Einfachheit in der Zubereitung oft ein verlockendes Frühstück für Kinder. Dass viele solcher Produkte jedoch Unmengen von raffiniertem Haushaltszucker in sich tragen, ist den Eltern oft nicht bewusst.

Hier kann es helfen auf gesündere Mahlzeiten umzusteigen. Einige dieser finden Sie in unserem Artikel [ABNEHMEN UND KOHLENHYDRATE]. Beginnen Sie hier jedoch bitte nicht, strikte Ernährungspläne und Kaloriengrenzen aufzustellen. Solche Maßnahmen können zu einem angespannten Verhältnis und Trotzreaktionen führen.

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Kleine Snacks zwischen den Mahlzeiten

Oft bieten Eltern auch kleine Zwischenmahlzeiten an, um Ihr Kind beim Lernen oder für erbrachte Leistungen zu belohnen. Durch das kontinuierliche Angebot, das von Seiten der Eltern natürlich gut gemeint ist, entstehen für Ihr Kind aber eine Vielzahl an kleinen Versuchungen, denen es widerstehen muss. Auch Sie kennen sicher Situationen, in denen Sie keinen Hunger haben, dennoch aber Appetit auf das Plätzchen auf dem Tisch oder ein Stück Pizza, das vom Mittagessen übergeblieben ist.

Sollte Ihr Kind dennoch regelmäßig zwischen Ihren gewöhnlichen Hauptmahlzeiten Hunger haben, hat das nicht zu bedeuten, dass es eine Fehlprägung im Ernährungsverhalten hat. Hunger- und Sättigungsgefühl können genetisch veranlagt und auch innerhalb der Familie unterschiedlich stark ausgeprägt sein. So kommen einige Menschen mit 1-3 Mahlzeiten am Tag mehr als gut zurecht, während andere bei 3 Mahlzeiten von einem starken Hungergefühl verfolgt werden.

Ist bei Ihrem Kind zweiteres der Fall, empfiehlt es sich leichte Mahlzeiten anzubieten, die in Ihrem kalorischen Gehalt keine große Auswirkung auf die Gesamtenergiebilanz haben. Probieren Sie Ihrem Kind Gemüsesticks mit gesunden Dipvariationen, oder langkettige Kohlenhydrate anzubieten. Diese halten länger satt und haben weniger Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel Ihres Kindes.

Wie gehe ich mit Heißhungerattacken um?

Dieser wird übrigens mit Heißhungerattacken in Verbindung gebracht. Das heißt aber nicht, dass Ihr Kind von nun einen großen Bogen um sämtliche Süßigkeiten machen soll. Die Auswahl an gesünderen Alternativen zum Naschen ist riesig. Kekse aus Hafer, ein selbstgemachtes Dessert, bestehend aus Quark und Obst, oder einem kleinen Löffel Eiweißpulver in verschiedenen Geschmacksvariationen stellen durchaus empfehlenswerte Optionen dar.

Sie können ebenfalls versuchen Ihr Kind im Fall einer Hungerattacke abzulenken. Sei es durch ein Gespräch, die Bitte Ihnen bei einer Haushaltstätigkeit zu helfen, oder anderen alltäglichen Angelegenheiten. Mit etwas Geschick lässt sich auf diese Weise die Eine oder Andere Heißhungerattacke geschickt umgehen.

Sind Diäten für mein Kind sinnvoll?

Auch wenn einige Anbieter Diätpillen, Shakes oder „Crash-Programme“ propagieren, raten wir Ihnen von dem Gebrauch solcher Produkte ab. Der Fokus sollte stets darauf liegen, Ihrem Kind richtige Verhaltensmuster anzutrainieren und eine nachhaltige, gesunde und ausgewogene Ernährungsweise zu lehren. Kurzzeitige Diäten sorgen unter Umständen für kurzfristige Erfolge.

Der Preis dafür ist jedoch ein höchstwahrscheinlich frustriertes, hungerndes Kind und eine darauffolgende Trotzreaktion, die schlussendlich zum Jojo-Effekt führt. Eine langfristige Ernährungsumstellung birgt einige Vorteile für Ihr Kind. Besonders hilfreich ist es hierbei, zu wissen, welchem Stoffwechseltyp Ihr Kind zugehört.

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Der Vorteil: Durch eine an den Metabolismus angepasst Ernährungsweise ist der Körper in der Lage zugeführtes Essen effizienter zu verstoffwechseln. Es ist durchaus möglich, dass Sie aufgrund Ihrer genetischen Beschaffenheit in der Lage sind Fett und Eiweiß überdurchschnittlich gut zu verstoffwechseln. Folglich ist eine „Low-Carb“ Ernährungsweise in Ihrem Fall der richtige Weg um Gewicht zu verlieren.

Ihr Kind hingegen könnte aufgrund seiner Erbanlagen jedoch zum Meta-Typ Beta gehören, welcher sich durch einen besonders effizienten Kohlenhydratstoffwechsel auszeichnet. Versuchen Sie nun also Ihr Kind mit derselben Ernährungsumstellung zu Gewichtsverlust zu bewegen, wird es nach anfänglichen Erfolgen stagnieren und die Lust und Energie verlieren. Wer sich seinem Metabolismus gerecht ernährt, kann von Grund auf mehr Nahrung zu sich nehmen, ohne dabei Gewicht zuzunehmen. Solche Testungen können bereits ab dem Kindesalter durchgeführt werden und behalten Ihre Aussagekraft ein ganzes Leben lang.